Elend Regionalliga

Was für ein Elend: heute tritt der FC St. Pauli bei den Pillenkickern von Bayer Leverkusen (II) an. Das wird auf der konzerneigenen Website folgendermassen ausgeschmückt:

Mindestens 1500 Anhänger werden sich aus Hamburg auf den Weg machen und das Haberland-Stadion zur Hälfte füllen. Ein Hauch von Millerntor also in Leverkusen.

Zur Hälfte?! Nicht nur, dass man in das strunzlangweilige Chemiekuhdorf fahren muss, die weder über eine richtige Innenstadt noch einen nennenswerten Hauptbahnhof verfügen, jetzt muss man auswärz selbstredend für Stimmung sorgen, weil die vereinseigenen - äh - Zuschauer entweder nicht da sind oder ihre Erste auswärz in Bielefeld (noch so'n Kalauer) - äh - unterstützen.
Gross auch die Ansage auf der genannten Website, dass man nach dem - äh - Anschauen der zweiten Mannschaft ruhigen Gewissens die zweite Hälfte des Spiels der ersten Mannschaft auf einem Bezahlfernsehsender sehen kann.

Und dann kommt der Newsletter von USP mit dem zarten Hinweis um die Ecke:

Ansonsten ist der Ordnungsdienst für seine ausgiebige Suche nach weichen Drogen jeder Art bekannt und es gab in der Vergangenheit mehrmals für das Verkleben von Aufklebern ein Stadionverbot (lokal und bundesweit).

Ich glaub, diese Fahrt kann ich mir ruhigen Gewissens (er)sparen.

Der Körper der Polizei ...

... ist immer mal wieder Stoff für Titelseiten. Heute: weg mit der Plautze!
Ausschnitt: Titelseite der MoPo, 6. März 2006

Ähnlichkeiten und Zusammenhänge mit dahergelaufenen Punkbands sind absolut zufällig.

Peinliche Produkte (2): Fussballfressalien

Bloss keine voreiligen Schlüsse, dass diese Seiten hier zu einem nerdigen Gadgetsammelbecken verkommt - is wahrscheinlich eh schon zu spät. Whatever - zum heutigen peinlichen Produkt haben es gleich zwei (mehr oder weniger) essbare wm-Devotionalien geschafft. Tusch - we proudly present - the Fussballbrühwurst and its friend, the Fussballfrikadelle:
Ausschnitt aus dem aktuellen walmart-Prospekt dieser Woche

Diese aparte Leckerei wurde Ihnen und uns präsentiert vom arbeitnehmerfreundlichen Grosshandelskonzern walmart (Prospekt dieser Woche, Seite 6).

Die Redaktion wünscht fanmässigen Appetit.

Gratis auf die Ohren: Not Enough Live mp3

Die leider nicht mehr existenten Hardcorehelden aus dem Dortmunder Vorort Lünen (hrhr) namens Not Enough bieten auf ihrer Website ein kleines Gratisschmankerl für alle, die ihre letzte Pladde erworben haben (für alle anderen, die dem Link folgen, dann wohl auch ...): 15 Livesongs vom 2003er Auftritt in Kamen-Heeren.

Macht insgesamt 24 Minuten, 28 Sekunden volle Pulle auf die Ohren.

Review: Plastic Bomb #54

Frisch ins Haus geschneit kommt die neue Plastic Bomb #54. Auf dem Cover posen The Vageenas, die CD lässt nur erahnen, welche Massen an Musik man in diesem Vierteljahr nicht zu kaufen braucht (die Qualität der Beiträge schwankt von Ausgabe zu Ausgabe).
Plastic Bomb Nr. 54

Inhaltlich gibt es Interviews mit Lost Lyrics, The Other, Naked Aggression, Ska2tonics, Real Deal Records und Sado Nation. Berichte über das Fanzinertreffen im Dezember in Oberhausen, ein Artikel zur (politischen) Situation in Südamerika, die Serie »Punk in München«, Teil 10 der »Herstory Of Punk« (mit der Sängerin von Supabond) sowie die üblichen Kolumnen sind ebenfalls vertreten. Nicht zu vergessen die Kleinanzeigen, Musik- und Lesereviews, Skacorner, Konzerttermine und ein paar unerwähnte Kleinigkeiten mehr.

Gelesen ist der ganze Kram selbstredend noch nicht, dafür gibt's lange Zugfahrten und Abortsitzungen.

Was auffällt ist die Abmagerungskur der Bombe, die (schon seit Nr. 52) von vormals 132 auf heuer 72 Seiten zusammengestaucht wurde, und jetzt als eine Art Vereinsblättle für das blatteigene sog. 'Bomb Squat', dessen Mitglieder (aka Abonnenten) irgendwelche Vorzüge finanzieller Art beim Mailordershopping und auf Konzerten geniessen dürfen sollen.

Insgesamt wohl der Versuch, die ausufernde Breite des Zines auf die kleine überschaubare (DIY-)Punkwelt herunterzuschrauben, um 'die eigenen Leute' mehr zu unterstützen.

Schade dabei, dass der Preis dafür weiterhin 3,50 EUR beträgt. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.