Minimum drei Spiele!
Wie die Überschrift möglicherweise andeutet verlief das Turnier bei der Antifa Kamen am bierkutschig-vatertagsseligen Himmelfahrtstag kurz und schmerzlos schnell für das Team Vestpiraten: aus nach der Vorrunde und drei erbolzten Punkten sowie einem ganzen Tor auf der Habenseite. Die Sollseite zeigte derer vier und liess sich zumindest im Vergleich zum Bolzen-Cup eher sehen.
Die Analyse der einzelnen Matches wird den Theorieteil des nächsten Kneipendonnerstags einnehmen; vorher wird allerdings praktiziert: und zwar leichtes Spiel mit dem Ball, Annahme und zielgenauer Pass vor Gegners Strafraum sowie die haargenaue Flanke von aussen werden bis zum erbrechen geübt.
Vor totaler Beherrschung dieser Lektionen verlässt niemand den Platz, meine Herren. Dass das mal klar ist.
Abtreten. Und der verspäteten Frau Sushi für die gemalte Unterstützung danken:
Na Mahlzeit
Gegeben wurde 'We feed the world - Essen global' (interessant, dass in der (bundes)deutschen Version des Films der Zusatz 'Essen global' dranhängt - das Original (aus Ösiland) kommt ohne aus) im Roxy zu Dortmund. Schade, dass zumindest zu diesem Film von der Kinoverpflegung keine biologisch-dynamischen Möhren und Ökobier feilgeboten wurden, sondern das stinknormale grünflaschig-einheimische - äh - »Bier« und die gewohnten Konzernsüssigkeiten. Tsts.
Das Publikum bestand, soweit man das im dunklen Saal sowie im Foyer erahnen konnte, aus den zu diesem Film anreisenden Gutmensch/innen, die sich in ihrer Meinung bestätigt sehen woll(t)en. Wär ja auch zuviel verlangt, dass z.B. die täglichen Gäste der nahen Suppenküche vorbeischlendern, lockere sechs (6!) Euro latzen und sich knapp 100 Minuten vollmoralisieren lassen, wo man doch gerade genug zum über-den-Tag-kommen hat. Wenn überhaupt.
Bin gespannt, ob die Möglichkeit der Vorführung des Films in Schulen von den lokalen Bildungseinrichtungen wahrgenommen wird. Da geht dann schon mal 'ne Doppelstunde (ohne Pause!) drauf, Kinners, jawollja.

Was lernen wir nun daraus? Biologischer Anbau = gut. Industrieproduktion = bäh? Der an manchen Stellen des Films durchscheinende Aspekt des (guten) Geschmacks (von Nahrungsmitteln), z.B. der industriell produzierten Tomaten, der (gentechnisierten) Auberginen, der (Industriefang-)Fisch und die Brutautomatenhühnchen wies gewisse Tendenzen diesbezüglich auf. Auch personalisierte das Interview mit dem Nestlé-Konzernchef am Ende des Films endlich mal das ganze Elend, so dass man ruhigen Gewissens das ganze bisher gezeigte Schlechte - auch dank der (sicherlich kritikwürdigen) Aussagen des Herrn - locker auf ihn projizieren konnte und eine hass- und fassbare Gestalt hatte.
Dass das ganze System einen Namen hat und abgeschafft und nicht modifiziert gehört, klang leider im Film nicht an. Denn auch wenn der leitende Produktionschef von Pioneer Rumänien kritische Töne gegenüber seinem Arbeitgeber anschlägt würde auch jede kleine Bioklitsche nur allzugern über die Mittel von Nestlé verfügen wollen, wenn man sie denn liesse.
Und das kann dann nun wirklich nicht die Lösung allen Übels sein. Wenn es dann vielleicht auch ein etwas grüneres Übel wär.
Das grosse 'fressen und gefressen werden'
Hiermit muss ich Frau Sushi wohl zu einem weiteren Kinofilm einladen, der sogar noch vor Workingman's Death läuft: »We Feed The World - Essen global«

Auf der deutschen Website läuft oben im Kopfbereich der Website ein Flashfilm, der zeigt, wie Küken maschinell aussortiert (und hinterher wohl auch 'entsorgt') werden. Das macht glatt Appetit auf mehr ...
Frau Sushi (und weitere Interessierte aus der näheren Umgebung) - ich erwarte Ihren Terminvorschlag.
Trampelpfad
Sicherlich können die Autoren, die in der Onlineversion der Süddeutschen Zeitung einen Artikel zum Thema (Höhe des ) alg2 verfassten, nicht allzuviel für den sog. 'Brotkrumenpfad' (breadcrumb), der zurechtfindenderweise im Kopfbereich der Seiten angeführt wird, doch hier ist er besonders unglücklich:

Da passt es dann ganz hervorragend, auf die Mindestlohnkampagne des dgb (welche übrigens ein nerviges, wenn auch inhaltsbezogenes Flashlayer bei Aufruf der Seite bereithält) sowie das Weblog hungerloehner.de über eine Familie, die eben jenen Mindestlohn nicht erhält.
Overheard in the supermarket
Vorhin in der Schlange der Getränkeabteilung des Supermarktes zur feierabendlichen Einkaufsrunde: zwei Bengel, keine 20 Lenze, mit altersgemässem Business-Iro und gerade dabei, 20 Cent für den Regenwald zu spenden - der eine sieht den Aufsteller von Kilkenny-6-Packs, daran der Hinweis zum St. Patrick's Day und fragt seinen Kollegen:
St. Patrick's Day - ist das nicht diese Schwulenparade?
Immerhin - er wusste noch die Nummer seiner (?) Geldkarte. Und das ist ja auch schon mal was wert.

