Geschäftssinn oder was?
Ich oute mich hier mal als »Businessblogger« - für die kleinen Leute: warum z.B. kommen Inhaber von Kiosken, Buden, Trinkhallen (und wie sie auch sonst noch so heissen), die im unmittelbaren Einzugsgebiet von Veranstaltungsorten (Kneipen, Discos, etc.) nicht auf die Idee, ihre Hütten so lange zu öffnen, bis eine gewisse zeitliche Überschneidung mit geplanten Veranstaltungen (Konzerte u.ä.) entsteht, so dass Besucher des kulturellen Ereignisses sich - meist deutlich kostengünstiger als in der jeweiligen Location - mit dem allernötigsten versorgen können?
Dies ist mir gerade gestern wieder aufgefallen, als wir in der Dortmunder Pampa vor einem geschlossenen Kiosk standen und explizit überteuerte Plörre (2,- für Kronen resp. Astra 0,3 l) in dem Laden verzehren durften.

Damit will ich keinesfalls der Zerschlagung des Gaststättengewerbes das Wort reden - eher einer mässigeren Preisgestaltung gerade bei Veranstaltungen jedweder Art! - sondern schlicht und ergreifend auf einen eklatanten Dienstleistungsmangel in der Servicewüste Schland hinweisen. Wie kurzsichtig muss man als Geschäftsinhaber sein, um solche Kausalitäten (wo Musike spielt, da wird auch reichlich verzehrt) nicht zu erkennen? Mag ja sein, dass die eine oder andere Tränke 'nen Pakt mit dem jeweiligen Kneipeninhaber hat, während solcher Veranstaltungen nicht zu öffnen bzw. geschlossen zu haben o.ä. Aber anders herum könnte es genauso gut laufen: die Öffnungszeiten ausdehnen und hinterher den eingefahrenen Mammon irgendwie aufteilen.
An diesem Abend zumindest verdiente sich der vis a vis stationierte Pizzabäcker (Pizza und Getränk innerhalb von drei Minuten!) eine goldene Nase an den zusätzlich verkonsumierten 0,5 Liter-Einheiten.
Unter Ska-Jüngern
Das erste Konzert nach weiss ich nicht - drei Monaten, und dann das: neben der Besatzung des Ladens im kuscheligen Vorort Husen sowie der wohl anwesenden Eltern (?) der ersten Band (schauderliches Grunge-Geweine von Jungens mit den entsprechenden Frisuren und Freundinnen) erhöhte ich das Durchschnittsalter dann doch schon auf knappe 17 Lenze. Selbst Mr. Tresenthesen kam sich dabei alt vor, und das soll mal was heissen.
Geboten wurde neben oben erwähnten Heulern schicker Ska aus Bergkamen (!), welcher schon im Vorprogramm von Mark Foggo erklang - und das zu recht. Sehr guter und vor allem schneller Ska mit reichlich Blecheinsatz. Die mitgebrachte Fanmeute feierte und applaudierte verdient. Guter Stoff, wenn auch mit einem gewöhnungsbedürftigen Namen geschlagen.
Die Zöglinge (?) von Terrorgruppe namens Delikat (njam, njam?) machten dann auf Rockstars mit irgendwelchen Soundchecks oder ähnlich zeitvergeudendem Gedöns. Warn auch die einzigen mit nennenswertem Merchandiseständchen (»Pulli 25,-«). Klasse eingeübte Gitarrenschwingchoreo von den Lautsprechern da vorne - gähn. Ihr werdet mal ganz grosse, wahrlich.
Immerhin konnte man so einen Zug eher Richtung Innenstadt gondeln, was auch nicht das verkehrteste war.
Das nächste Mal ziehe ich alternative Erwachsenenskakonzerte (Offbeat Propeller, Skabugs, Skapanska im Druckluft) jedem Jungbrunnengig vor. Auf jeden.
Vergangenheitsbewältigung
Ahem. Kann mir bitte eine/r der weisen Mitlesenden eine neue Verwendungsmöglichkeit für dieses geschichtsträchtige Stück meiner Vergangenheit mitteilen:
Sämtliche - sowohl positiven als auch vermeintlich negativen - Entsorgungsmöglichkeiten wurden schon angedacht. Gibt es darüber hinaus vielleicht noch Anbringungsgelegenheiten? Oder ist das eher ein vergebliches Unterfangen? Als Mottenfutter scheint's nämlich auch nicht zu taugen ...
Fuze - Hochglanzaltpapier
Einen »logischen Schritt« nennt Mitbegründerherausgeber Joachim H. (Ox) das Erscheinen des ersten »Fuze« Mags (Download als .pdf – 25 mb!), das bisher für umme in düsteren Kaschemmen, hippen Plattenläden, überteuerten Discos und sonstigen coolen Locations der Szene herumzuliegen scheint, und – selbstredend – einen ‘fuze hat n Millionen Freunde’-Platz bei myspace innehat. Aufregend.
Warum die einzelnen Musiksparten, die das Blatt beinhaltet, nicht mehr ins Ox pass(t)en, oder ob die studentische Leserschaft nach einem eigenständigen harte-Musik-Heft rief – man wirds hoffentlich nie erfahren. Fakt ist, Joachim H. hat uns mit einem weiteren Hochglanzaltpapier in 15.000er Auflage versorgt, welches alle zwei Monate weitere Irrelevanzen einer selbstverliebten machohaften Randgruppe in die Welt posaunen wird.
Wäh.
Edit: werte Emo-Jüngling/innen – schaut doch auch mal hier. Gern geschehen.
Voreingenommen. Endgültig.
Auch wenn es mich nicht im geringsten tangiert, dass eine völlig banale Studierendencommunity am Rande des Abgrunds dahinsiecht, ich deren Inhalte nicht im geringsten kenne (obwohl ich schon mehrfach überlegte, mich da anzumelden - »nur mal so zum kucken«), selbige mir auch sowas von schnurzpiepegal sind wie nur sonstwas - ab sofort (bzw. seit dieser Topic auf dem Onlinetagebuchradar erschien) werde ich nie wieder unbedarft und unvoreingenommen auch nur einer einzigen studentischen Person gegenübertreten können, ohne an die grösstenteils hanebüchenen Aussagen aus selbigen Kreisen (und deren Umfeld), das Problem studivauzet betreffend, zu denken.

Es macht einen Angst und Bange zu sehen, dass angeblich 50% der im Lande herumlernenden Zielgruppe eine dermassen ignorante und blindflugartige Sichtweise in bezug auf Privatsphäre, (innere) Sicherheit, Datenschutz, Antifaschismus, Antisexismus und weitere im studivauzet-Rahmen angesprochene Punkte hat, dass man quasi nur noch die Flucht ergreifen will.

