RW Ahlen - FC St. Pauli (1:1)
Der Beginn der 'englischen Woche(n)' für den FC St. Pauli startete in der westfälischen Pampa zu Ahlen. Schon vor sechs Jahren konnte ich dort ein 3:6(!)-Auswärzsieg bestaunen, dereinst noch von die Gästeblockränge. Heuer war alles anders.
Dank einer zufällig zugesteckten Pressekarte (thx, Maks!) schlurfte ich also 90 + 15 Minuten mit blauem Presseleibchen an der Aussenlinie der Haupttribüne entlang und hatte so den direktesten Blick aufs eher durchschnittliche Spielgeschehen. So manche Person aus dem hessischen Raum hätte da wohl hyperventiliert ...
Whatever - ich hab die Blockatmosphäre vermisst. Kein Support (perfekter Sound auch noch auf der gegenüberliegenden Hintertortribüne - gute Arbeit, USP!), kein Jubeln beim 1:0 des FC (naja, doch - aber eher verhalten) und kein Bier im Innenraum bzw. keinen direkten Zugang zu selbigem. Hätte nicht gedacht, dass man schräg singende Fanmassen mal so vermissen kann. Aber es geht.
Dafür gabs dann die Knochenarbeit der Fotopresse zu bewundern (exemplarisches Geschlechterverhältnis: 5:1 für die Männers), die mit ihren schwanzersatzgleichen unfassbar grossen Objektiven jeder Mücke auf der Gegentribüne die Beine hätten nachzählen können. Unfassbar nerdiger Kram. Wäh. Da kann man selbst mit einer stinknormalen 7 MB-Digicam nicht mithalten. Ich fühlte mich schon ein wenig deplaziert (was man wohl auch an der unermesslichen Fotoausbeute merkt).
Nun denn - nächsten Samstag in Düsseldorf (11.11. - au weia) endlich wieder Steh-Sitzplatz und 90 Minuten Dauerfeuer.
PS: sollte dereinst der FC 96 bis in die Oberliga oder darüber hinaus gelangen, hab ich heute schon einen Eindruck davon, wie es sein wird, wenn der Heimsupport aus einer mehr als unscheinbaren Anzahl (positiv grob geschätzte 30 Leute) besteht und die Mehrheit im Stadion eher Zuschauer denn Fan ist.
500 Abos für die Jungle World
Wenn einem die liebste Lektüre (sowohl für den Abort als auch auf Reisen) abhanden zu kommen droht, greift man schon mal zu äusserst gewöhnlichen Mitteln und fordert eine in barer Münze klingende Solidarität ein, um selbige Lektüre noch möglichst lange (bis zur nächsten Kampagne) zu erhalten.
In diesem Fall geht's um das weitere Bestehen der Jungle World, die sich heute per »500 Abos für die Jungle World«-Abokampagne an die Abonennt/innen und Kiosklesenden wendet.
Eben darum wird ab sofort ein feiner kleiner (animierter - *schauder*) Banner auf der heimseitigen Naviseite zu finden sein, der direkt zur Aboseite der Jungle World verlinkt. Bis das Elend in Form von roten Abozahlen abgewendet scheint.
Oder darüber hinaus.
Klasse Bewusstsein
Wer gerade ein paar Cent erübrigen kann, möge sich doch mal überlegen, ob eine feine Domain zur aktuellen »Diskussion« (Thema: Klassengegensätze in Schland) nicht das passende Geschenk für untern Weihnachtsbaum wär - bevor so lustige Gesellen 'ne Weiterleitungsdomain auf ihre asoziale Propaganda daraus machen:

(PS: es geht um diese Domain hier, gelle)
Wenn ich so überlege, fallen mir schon ein paar potentielle Kund/innen ein. Und das ist jetzt positiv gemeint, Ihr Halunken.
Aussitzen
Nun - was soll man dazu noch schreiben. Die Realität ist halt immer noch ein einziges grosses Absurdistan. Für das Produkt des Jahres gibt es natürlich auch den passenden Sitzplatz:

Schade: den Kram gibt's nur (regional wohl unterschiedlich terminiert) für knapp 'ne Woche - dank »Räumungsverkauf wegen Sortimentswechsels«.
Nicht solidarisch genug
Da war dieses Punkkonzert am letzten Freitag. Und als hätte man es geahnt kam die erforderliche Anzahl an Besuchenden nicht zusammen, damit die Veranstalter in Urlaub fahren bei plusminus Null hätten herauskommen können. Woran lags?
Die Vorlaufzeit betrug knapp zwei Wochen - hierbei wurden sowohl papierne Werbung (Flyer, Plakate) als auch diverse Foren und Terminbörsen reichhaltig genutzt. Die Idee, mal ganz auf erstere Werbeträger zu verzichten und sämtliche Propaganda »ins Netz« zu verlegen, könnte maximal bei längerer Planungszeit geleistet werden (bekannte Gestalten aus dem nahen Umfeld wussten schon von dem Termin, bevor ich ihnen einen Zettel zustecken konnte). Von daher: spart das zumindest die Kopierkosten.
Der Veranstaltungsort liess sich nicht lumpen und erhöhte mal flugs (hoffentlich nur für diesen Abend!) die Getränkepreise um 50 Cent - eigentlich ein Schuss ins Knie, geht man davon aus, dass Leute, die 'normalerweise' bei günstigeren Preisen gewisse Einheiten mehr verkonsumiert hätten, dies aufgrund der Preisanhebung dann doch nicht taten - well: man kann ausrechnen, was im Endeffekt günstiger für den Laden ist.
Die Kassenfee selbst erniedrigte sich soweit, einen Hypersupersondergruppenpreis für acht Leute zu erlassen, welcher dann aber doch nicht wahrgenommen wurde - weiss der Henker, wieso.
Die Zusammensetzung der Bands mag gewöhnungsbedürftig sein - szeneübergreifend schön und gut: wenn man nur für eine Band anreist und dann (trotzdem) den vollen Salär zu zahlen hat, überlegt man es sich dann doch eher dreimal, aufzutauchen. Da hilft auch kein »If the kids are united« - bei der Asche hört der Spass einfach auf. Und bei unterschiedliche(re)n Musikgeschmäckern sowieso. Wenn dann auch noch am selben Abend in der selben Stadt ein offbeat-lastiges Konzert weitere Zahlende fernhält, kommt das eine zum andern.
In diesem Sinne war es dann wohl Leergeld, welches gezahlt werden musste ...

