Review: Übersteiger #110

Ganz kurz, da ich über keinen fb-Zugang verfüge, und somit der schreib doch mal ‘n (Online)-Leserbrief-Aufforderung dort nicht nachkommen kann, dafür aber hier.

Ein Cover, welches die friedfertige Fußballfans in mögliche Aufruhr versetzen könnte, der Hinweis in frodo’s Tagebuch, dass der ÜS dank Weltnetz und Blog und überhaupt nur noch 4x im Jahr erscheint und man sich darum auf gute alte Fanzine-Traditionen (Tagebuch, beim erwin ›abgeschaut‹) besinnt (ebenso: der Verweis darauf, dass in den Vor-Internet-Zeitaltern die Zine-, Buch- und Plattenkritiken ein wesentlicher Teil der Informationskultur eines Fanzinekäufers war und somit weiterhin ins Heft gehören, Basta!), ein Nachruf auf Herbert Müller (Alter Stamm), ‘ne Nachbetrachtung des dfl-›Sicherheits‹papiers, der offene Brief der Teilzeitmitarbeiter des FanShops an Upsolut, die Vorstellung des Fanclubs Yorkshire St. Pauli, ein Aufruf zur Trikot- und sonstige Fußballmaterialspende(n) für Kap Verdische Fußballspielende und sonstiges (2. Handballdamen, Fanräume, 27. Januar-Gedenken) machen flugs 40 Seiten bedrucktes Papier aus.
Allerdings werden die Bilder ob der Vorwegnahme von Berichtenswertem im Weltnetz wohl größer, was man vllt. noch verschmerzen kann, die mittlere Doppelseite mit Vorstellung des Gegners, Spielvorbericht im Mittelteil und Neues von den Alten bedarf allerdings flugs einer layouttechnischen Überarbeitung – denn bei dem mageren Kontrast von Schrift zu halbtransparentem Hintergrundbild kann man teilweise nur noch raten, was denn da stehen könnte.
Und im Gegensatz zum Bildschirm kann man gedrucktes nicht einfach mit strg + A markieren und in augenfreundlichere Gefilde umkopieren, Herr Layouter.

Aber sonst: Pflichtlektüre für alle ohne Internetanschluß und sonstige Fußballromantiker.

Frühstück mitte Ruhrbarone

Ja, ne, das ist sicherlich keine schlechte Einrichtung, dass sich die Ruhrbarone um die zeitungsmäßig enorm verwaiste Kleinstadt Dortmund kümmern und ihr seit dem 01. Februar sogar ‘ne eigene Rubrik spendierten (wie man weiß is Dortmund knapp an Geldmitteln).

Dass allerdings beinahe täglich in den Frühstücks-Links der schwattgelbe Verein als unbedingt nachrichtenwerter Klick da auftauchen muß, will mir partout nicht einleuchten, gibt’s zum einen garantiert genug Medien, die sich mit diesem Thema herumschlagen (müssen), zum andern haben’s die Barone am 11. Februar dann doch eindeutig übertrieben, indem sie schlicht und ergreifend nur Links zu den Signal-Iduna-Park-Kickern zusammenklaubten:

Screenshot ruhrbarone.de vom 11.02.2013

Sicher ham sich die Barone da was vorgenommen, täglich aus Dortmund berichten zu wollen, aber man kanns sportlinktechnisch auch übertreiben. Falls wirklich gar nix verlinkenswertes bis früh morgens passiert ist – einfach mal das ›Frühstück‹ ausfallen lassen …

Mehr Glitzer!

»Wenn's Scheiße aussieht, einfach ein bißchen Glitzer draufklatschen.«

The Nordstadt

Sticker: The Nordstadt

»Dem Spießer sein Alptraum«.
Größer bei flickr.

Super Dortmund-Symbolfoto

»Dat is doch allet irgentwie Ruhrpott da oben« dachte sich wohl die (Bild)redaktion der Süddeutschen Zeitung bei der fotografischen Begleitung des gedruckten Artikels zum Ableben der Westfäischen Rundschau vom 02. Februar d.J. (online mit anderem Bild vorhanden), als sie folgende Konstellation brachten:

Ausriss gedruckte SZ vom 02.02.2013

Das Foto sollte selbst Teilzeitruhrgebietler kopfschüttelnd zurücklassen, wenn es darum geht, einen Text zum Thema Dortmund zu bebildern, weisen doch zumindest die gut erkennbaren ›Stauder‹-Schilder schon darauf hin, dass die zugegeben hybsche Szenerie eher im westlicheren Teil des Ruhrpotts aufgenommen wurde.
Würde man sich das Bildchen dann mal genauer anschauen (bzw. hätte tiefergehende Kenntnis der dort dargestellten Umgebung), wäre man mit wenigen Klicks am Ort des Geschehens, namentlich eine Bude im Essener Stadtteil Altendorf [ok, mußte ich jetzt auch nachschauen].
Weitere super-investigative Nachforschungen ergeben darüber hinaus reichlich Material zum (demnächst wohl ehemaligen) Besitzer der Ballerburg, sowohl aus regionaler als auch überregionaler Produktion (incl. Bewegtbildern), die alle zumindest grob Essen von Dortmund unterscheiden können.

Aber solche Feinheiten können in einer so schnelllebigen Zeit(ung) auch schon mal untergehen. Man möge es ihnen verzeihen.