Wa(h)re/r Metalcore - Pressure Festival (1)

Ach ja. Jeder Generation die Szene, die sie verdient. Wenn Du auf Körperkult mit dicke Muckies und vielen bunten Tattoos, lauter, echt richtig harter Musik sowie düsteres Merchandise mit individuell interpretierbarer Aussage stehst, dann versuch doch mal die Hard äh - Metalcore-Szene.

Hier herrscht noch Zucht und Ordnung, die Frauen sind schmückendes Beiwerk, versuchen sich (meist vergeblich) im windmühlenflügel-pogenden Boxer-Moshpit per Badge (»More Clit in the Pit!«) zu behaupten, der ganz klar die basslastige, brüllcorige Begleitmusik vonne Bühne per Ausdruckstanz definiert.
Herzlicher Totenkopfaufnäher auf verlängertem Rücken

Gestern gab's die Eröffnung des fünften Pressure Festivals im ehem. Soundgarden, der jetzt - Veränderung, Veränderung! - Toxic heisst. Sonst hat sich augenscheinlich nix geändert.
Zum Einlass kroch man per kilometerlanger Schlange (Fotos gibt's bis zum Wochenende bei flickr, wo sonst). Am Ziel wurde man per Armbändchen (für bis zu drei Tage lang) gebrandmarkt (Foto folgt). Kakke.

Im fürchterlich düsteren Inneren trifft man die üblichen Verdächtigen, sogar Dave Horrorbiz, der ja eher die D.I.Y-Schiene bedient, ist anzutreffen. Ansonsten reichlich wie oben geschildert: dicke Arme, Muckishirts, noch mehr Tattoos und Myriaden von Propagandaflyern, die natürlich hochglänzend auf die nächsten Events oder gar eine kuschelige »Dating Community« hinweisen. Schauder.

Die Frischluftzufuhr im Laden lässt zu wünschen übrig, das macht die Kämpfer im Pit gleich noch viel schwitziger. Huargh. Man stiert eher auf die Boxereien vor als auf das Gepose auf der Bühne, den Sound dazu kann man auch während der Übertragung der Fussballspiele auf verschiedenen Fernsehern im Hintergrund laufen lassen.

Der Vorteil von Gratiskarten ist, dass man nicht zwanghaft verpflichtet ist, den nicht gezahlten Eintritt wieder rauszukriegen, indem man möglichst viele Bands mitnimmt. So hab ich dann auch nur drei von insgesamt sieben Combos gesehen, die Headliner des Abends knick ich mir ganz, schau lieber in der Pizzeria des Herzens Frankreich beim zahlreichen Chancenversieben zu.

Heute und morgen dann im beschaulichen Herner Gysenberg die Runden zwei und drei. Zumindest soll die Ausweichfläche dort grösser sein. Let's see.

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